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Entwicklung des Telekommunikationsmarktes

Alle Angaben ohne Gewähr

Seit dem 1.1.1998 hat sich auf dem Telekommunikationsmarkt in Deutschland einiges geändert: der zu diesem Termin erfolgte weitgehende Wegfall der Monopolstellung der Deutschen Telekom AG im Festnetzbereich eröffnet privaten Unternehmen die Möglichkeit, Telefonanschlüsse anzubieten. Sowohl private wie geschäftliche Nutzer haben seither die Möglichkeit, durch geeignete Auswahl unter den Anbietern eine mitunter beträchtliche Reduzierung ihrer Telekommunikationskosten zu erreichen. Gleichzeitig hat sich der Markt damit auch für ganz neue Telekommunikations- und Dienstleistungskonzepte geöffnet. In welchem Umfang die mittlerweile recht zahlreichen Anbieter jedoch tatsächlich eine Erweiterung des Angebotsspektrums bringen, ist noch nicht klar auszumachen. Es zeigt sich bisher, dass die überwiegende Zahl der Unternehmen lediglich vorhandene Kommunikationsstrukturen vermarktet, ohne sich überhaupt an der Weiterentwicklung der Technologien zu beteiligen.
Wir möchten Ihnen auf dieser Seite einige Veränderungen und Perspektiven aufzeigen, die sich für den deutschen Telekommunikationsmarkt zukünftig ergeben werden. Da wir selbst ebenfalls auf diesem Sektor tätig sind (beachten Sie z.B. unsere Telefonanlagen-Beratung und unseren Hotline-Service), ist es selbstverständlich, dass wir auch unser eigenes Dienstleistungsangebot dort erweitern werden, wo sich sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten der neuen Telekommunikationsangebote ergeben.



Die Festnetzanbieter in Deutschland

Prinzipiell soll man auch hierzulande die freie Wahl haben, von welchem Netzanbieter man seinen Telefonanschluss erhalten möchte. In begrenztem Umfang ist dies bereits der Fall. Ein kompletter Wechsel des Anschlusses ist zwar noch nicht in allen Regionen möglich, da viele Anbieter nur in Ballungsgebieten entsprechende Angebote offerieren. Doch vielfältige Tarif- und Servicekonzepte der Telefongesellschaften eröffnen Ihnen die Wahlmöglichkeit, den für Ihre jeweilige Nutzungsart bzw. für die Tageszeit günstigsten Anbieter auszuwählen, wenn Sie ein Gespräch führen möchten. Wie dies im einzelnen funktioniert, erfahren Sie auf unserer Festnetz-Seite.

Persönliche Rufnummern

Die sogenannten Persönlichen Rufnummern, auch als lebenslange Rufnummern bezeichnet, ermöglichen es, dass ein Teilnehmer bundes- oder sogar europa- bzw. weltweit immer unter derselben Rufnummer erreichbar ist, also unabhängig davon, an welchem Ort sich sein Anschluss befindet. Ebenso spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Fest- oder Mobilfunkanschluss handelt, und von welchem Netzbetreiber dieser Anschluss geschaltet wird.
Diese Rufnummern beginnen mit der Vorwahl 0700, die nachfolgende Zahlenkombination ist generell 8-stellig und, soweit verfügbar, frei wählbar. Dabei kann auch eine sogenannte
Vanity-Rufnummer gewählt werden, die sich mit den auf vielen Telefonen vorhandenen mit Buchstaben bezeichneten Tasten als Begriff eingeben lässt (z.b. "0700-TELEPHON").
Obwohl eine persönliche Rufnummer bereits seit einigen Jahren beantragt werden kann, gibt es bisher nicht viele Unternehmen, die die damit verbundenen Dienste im vorgesehenen Umfang anbieten.

Telefonmehrwertdienste

Die sogenannten Telefonmehrwertdienste (bisher Service 0130 / 0180 / 0190) wurden neu organisiert. Dies äußert sich vor allem darin, dass die international üblichen Zugangsrufnummern 0800 und 0900 eingeführt wurden. Dabei erhielten die gebührenfreien Rufnummern anstelle der 0130 die 0800 als Vorwahl, während unter der 0900 eigentlich die kostenpflichtigen 0180er und 0190er-Nummern zusammengefasst werden sollten. Bisher ist dies jedoch nur für die 0190 umgesetzt worden.
Im Bereich der sogenannten
Shared-Cost-Nummern (Service 0180) wurden 2 neue Tarife mit den Kennziffern 1 bzw. 4 eingeführt.
Die sogenannten
Premium-Rate-Dienste, also die kostenpflichtigen Angebote mit hohen Kosten für den Anrufer, werden erweitert, um u.a. auch qualitativ sehr hochwertige Dienste mit adäquater Anbietervergütung zu ermöglichen. Dabei werden auch die Vorwahlkennzahlen differenziert (0900 für Information, 0901 für Unterhaltung, 0905 für Erotik). Eine neue Tarifgruppe mit der Kennziffer 0 wurde eingeführt, in der ein variabler Minutenpreis von bis über € 5 abgerechnet werden kann.
Die neuen Rufnummern sind generell 7-stellig. Für die 0800-Dienste werden auch sogen. Vanity- (Wunsch-) Rufnummern eingeführt, die sich mit den auf vielen Telefonen schon vorhandenen mit Buchstaben bezeichneten Tasten als Begriff eingeben lassen (z.b. "0800-TELEFON").

Technologien der interaktiven Sprachverarbeitung

Die moderne Sprachverarbeitungstechnik lässt heute weitaus vielseitigere Anwendungen zu, als sie bisher schon von Interaktiven Voice-Response-Systemen (IVR) bekannt sind. Während IVR sich weitgehend darauf beschränkt, dem Anrufer Fragen zu stellen, die dieser mit "Ja" bzw. "Nein" oder anderen festgelegten Schlüsselworten zu beantworten hat, bieten neuartige sogenannte Natürliche Dialogsysteme (NDS) dem Anrufer die Möglichkeit, in ganzen Sätzen Fragen zu stellen bzw. frei formulierte Sätze zur Antwort auf Fragen des Systems zu geben. Ein NDS ist in der Lage, aus diesen Sätzen die relevanten Informationen herauszuarbeiten und ggf. sinngerecht nachzufragen, falls noch weitere Angaben benötigt werden.

Das Anlagen- und Netzanschlusskonzept Centrex

Für Firmen, deren Betriebsstätten sich auf mehrere Standorte verteilen, wurde dieses Konzept für das Management der externen und internen Unternehmenskommunikation erdacht. Centrex verlagert Funktionen, die bisher den Telefonanlagen zugeordnet waren (z.B. Anrufverteilung, Makeln etc.), in eine zentrale Schaltstelle des Netzbetreibers. Dadurch wird es möglich, dass auch entfernt gelegene Standorte durch eine gemeinsame "Telefonanlage" miteinander so verbunden werden, dass diese wie über eine lokal installierte Anlage erreichbar sind und kommunizieren können. Es ist damit ebenso möglich, standortübergreifende Funktionsgruppen innerhalb eines Unternehmens zu vernetzen oder je nach Bedarf Abteilungen und auch externe Firmen temporär oder ständig zu virtuellen Unternehmensbereichen zusammenzufassen und deren Kommunikationsprozesse effektiv zu verknüpfen.

Integrierte Konzepte für Mobilfunk- und Festnetze

Von führenden Netzbetreibern wird zunehmend die Integration von Fest- und Mobilfunknetzen zu einem einheitlichen Ganzen angestrebt, sodass mit denselben Endgeräten in beiden Bereichen unter derselben Rufnummer telefoniert werden kann. Ziel ist dabei letztlich, dass dies übergangslos geschieht, d.h. dass eine bestehende Verbindung beim Wechsel von einem ins andere Netz nicht abbricht und auch die Tarifberechnung automatisch mitgeführt wird. Darüber hinaus wird die Angleichung von Fest- und Mobilfunktarifen angestrebt.
Ansätze dieser Entwicklung zeigen z.B. die sogenannten Mehrband-Handys oder auch das von Ericsson entwickelte DECT-GAP/GSM-Schnurlostelefon, das sowohl an einer DECT/GAP-Basisstation im Festnetz als auch in einem GSM-Mobilfunknetz betrieben werden kann. Der Netzbetreiber O2 (ehemals VIAG Intercom, ein Gemeinschaftsunternehmen der VIAG AG und der British Telecom sowie der norwegischen Telenor) betreibt seit Oktober 1998 den Mobilfunkdienst E2 (heute O2) und bietet unter dem Namen
Genion eine integrierte Lösung an, die den genannten Zielvorstellungen schon recht nahe kommt. Das DCS-1800-Netz ist auch darauf ausgelegt, die "letzte Meile" von einem Netzknoten des Festnetzes zum Hausanschluss des Kunden zu realisieren (als Alternative zum Anschluss über Kabel).
Vodafone und zunehmend auch andere Mobilfunk-Netzbetreiber bieten mittlerweile Festnetzanschlüsse an, die auf der DSL-Technik basieren oder, wenn diese am jeweiligen Standort nicht verfügbar ist, auf dem Funkwege geschaltet werden können.
Eine weitere Möglichkeit, Hausanschlüsse zu erreichen, kann z.B. die
WLAN-Technologie (Wireless Lokal Area Network) sein, die sich mittlerweile vor allem im Bereich der PC-Netzwerke etabliert hat. Während WLAN mit immer höheren Datentransferraten aufwartet, die Reichweite jedoch begrenzt bleibt, gerät bereits ein neuer Funkstandard mit der technischen Bezeichnung 802.16 ins Blickfeld. Die auch Wimax genannte Technologie hat mit maximal 50 Kilometern eine viel höhere Reichweite als WLAN und basiert auf einem Frequenzband, für das Hauswände kein Hindernis darstellen. Dabei sind auch Glasfaser-Anwendungen von Interesse, insbesondere für Ostdeutschland, wo die zum großen Teil erst nach 1990 entstandene Infrastruktur überwiegend aus diesem Material besteht.

Der Mobilfunkstandard UMTS und sein Nachfolger LTE

UMTS (Universelles Mobil Telefon System) ist ein Standard für Mobilkommunikation, der als Nachfolger für den weltweit verbreiteten GSM-Standard konzipiert wurde. GSM wurde vorwiegend von europäischen Firmen entwickelt, wobei Siemens federführend ist. Mit Sorge wird die Verbreitung des GSM vor allem in Japan gesehen, denn dort sind die verwendeten Frequenzen anderweitig vergeben, weshalb dort kein GSM-Netz installiert werden kann. Um den Anschluss an moderne Kommunikationssysteme und damit verbundene Marktpotentiale nicht zu verpassen, haben japanische Firmen den neuen Standard UMTS initiiert. In Europa konnten sie Nokia und Ericsson als Partner gewinnen und gemeinsam durchsetzen, dass UMTS von der ETSI (European Telecom Standard Institute) offiziell als zukünftiger Weltstandard vereinbart wurde. Die Firmen des "Siemens-Konsortiums" konnten dabei jedoch erreichen, dass wesentliche Elemente von GSM in den zunächst als Übergangsstandard vereinbarten Kompromiss UTRA (Universal Terrestral Radio Access) übernommen werden sollen. Angestrebt wird dabei, die technische Entwicklung der neuen Telefone so zu gestalten, dass diese sowohl in UMTS- wie auch in GSM-Netzen betrieben werden können und somit ein fließender Übergang zum neuen Standard ermöglicht wird.
Die technischen Vorteile des UMTS liegen vor allem in seinen Übertragungsleistungen, die mit ca. 2 MBit/s wesentlich über der des GSM (derzeit 9600 Bit/s) liegen. Dieser Leistungssprung ermöglicht es, wesentlich mehr Gespräche gleichzeitig zu vermitteln und damit die heute schon im GSM auftretenden Kapazitätsengpässe zu vermeiden. Aber auch neue Dienste wie z.B. die Übertragung von Bewegtbildern oder die PTT-Funkkommunikation (s.u.) sind mit dem neuen Standard denkbar.
Als Übergangslösung präsentierte sich zunächst die sogenannte WAP-Technologie (
WAP = Wireless Application Protocol), die den Zugriff auf speziell hierfür geschaffene Internet-Seiten ermöglicht. Das Angebot seitens der Netzbetreiber und Internet-Dienste ist jedoch recht dürftig, weshalb der erwartete Erfolg dieser Technologie weitgehend ausblieb.
Aber auch UMTS muss sich gegen andere Technologien wie z.B. GPRS und HSDPA behaupten, die auf der Basis der bestehenden Netze funktionieren und ebenfalls hohe Übertragungsraten bieten. So beginnt sich in den USA bereits der auf GSM aufbauende Standard
CDMA-2000 zu etablieren, der ebenfalls 2 MBit/s erreicht. Bei anderen Verfahren liegen die bereits heute erzielbaren Geschwindigkeiten weit über denen bei UMTS, weshalb man sich fragen kann, ob UMTS überhaupt noch Sinn macht, auch angesichts der hohen Investitionskosten für die Netzanbieter.
Als offiziell geplanter Nachfolger für UMTS gilt der neue 3GPP-Mobilfunkstandard LTE (
Long Term Evolution). Dieser basiert auf Orthogonal-Frequency-Division-Multiplexing (OFDM) und der Multiple-Input-Multiple-Output-Antennentechnologie (MIMO); diese Technologien erlauben es, sehr hohe Datenraten bei vergleichsweise geringen Kosten zu erreichen. Im Gegensatz zu UMTS ermöglicht LTE mit OFDM das Skalieren der Bandbreite, so dass die vorhandenen Frequenzen effektiver ausgenutzt werden können..

Die Attozelle expandiert das heimische Mobilfunknetz

Das auf Kompaktfunkzellen spezialisierte britische Unternehmen Ubiquisys hat die erste sogenannte Attozelle entwickelt, eine mobile Mini-Funkzelle in der Größe einer mobilen Festplatte. Das Gerät verfügt über ein USB-Anschlusskabel, mit dem es an einem beliebigen Ort auf der Welt mit einem Internet-fähigen PC verbunden werden kann. Über das Internet nimmt das Gerät Kontakt zum heimischen Mobilfunkanbieter auf und verbindet sich mit diesem. Ein in der Nähe befindliches Handy kann sich dann in diese lokale Funkzelle einbuchen und wird vom heimischen Mobilfunkanbieter so betrachtet, als habe es sich im Heimatland eingebucht. Somit können Telefonate zu anderen Mobilfunkteilnehmern im Heimatland zu den dort gültigen Tarifen geführt werden; das teure Roaming für Gespräche aus dem Ausland entfällt.
Ob sich mit einer solchen Attozelle aber tatsächlich Gebühren sparen lassen, wird davon abhängen, in welcher Höhe sich die Mobilfunkbetreiber den Service des Einbuchens über das Internet bezahlen lassen wollen, bzw. ob sie es überhaupt zulassen werden. Darüber hinaus hängt es auch von den Gesetzen des jeweiligen Landes ab, ob und mit welcher Reichweite dort Attozellen betrieben werden dürfen. Das Gerät kann feststellen, in welchem Land es sich befindet, und passt seine Funkeigenschaften entsprechend der Gesetzeslage an. Dies kann u. U. bedeuten, dass die Funkreichweite auf den Innenraumbereich beschränkt ist oder sogar nur wenige Millimeter betragen darf und deshalb das Handy direkt auf das Gerät gelegt werden muss, so dass zum Telefonieren dann ein Headset benutzt werden müsste.

Das Mobilfunksystem TFTS / Skyphone

Die British Telecom, die Norwegian Telecom sowie die Singapore Telekom vertreiben im Konsortium das TFTS (Terrestrisches Flug-Kommunikationssystem) "Skyphone". TFTS ist ein neuer Standard für Mobilkommunikation, der eine direkte Funkverbindung zwischen Flugzeugen und Bodenstationen ermöglicht. Somit können die Airlines auch Ihren Kunden an Bord die Nutzung eines Telefons anbieten. Einige Fluggesellschaften rüsten sogar jeden Sitzplatz mit einem Telefonhörer aus. Im Gegensatz zu GSM-Handys, die die Bordelektronik stören können und deshalb auch weiterhin im Flugzeug nicht eingeschaltet sein dürfen, kann TFTS an Bord bedenkenlos genutzt werden.
Die Fluggesellschaft Delta Airlines testet auf vergleichbarer Basis die Übertragung von Live-Fernsehprogrammen von geostationären Satelliten direkt ins Flugzeug.

GPS - Navigation / Verkehrs-Telematik

Das Global Positioning System (GPS) ist ein satellitengestütztes Ortungssystem, das für militärische Zwecke in den USA entwickelt und vor einigen Jahren auch für zivile Anwendungen (hier jedoch zunächst mit verminderter Auflösung) freigegeben wurde. Nachdem es sich zunächst in der Schifffahrt durchsetzte, hat es sich mittlerweile auch im Bereich der KFZ-Navigation und in vielen anderen Anwendungsbereichen etabliert. Das Funktionsprinzip besteht darin, dass viele geostationäre Satelliten ständig ihre Position sowie die atomgenaue Uhrzeit und weitere Daten zur Erde senden, welche dort an jedem beliebigen Ort passiv empfangen werden können. Aus den Daten mehrerer Satelliten kann das Empfangsgerät dann seine eigene Position sowie auch die Geschwindigkeit über Grund errechnen.
GPS-Navigationssysteme nutzen diese Daten, um die momentane Position mittels auf CD-ROM gespeicherten Land- und Straßenkarten auf einem Bildschirm darzustellen und/oder den Weg zu einem vorgegebenen Zielort anzuzeigen oder auch per Sprachausgabe mitzuteilen.
Verkehrs-Telematiksysteme nutzen neben GPS (oder auch alternativ dazu) weitere Datenquellen wie z.B. per GSM oder UKW-Radio übermittelte Verkehrsinformationen, um diese in Routenempfehlungen zu berücksichtigen oder dem Fahrer solche Informationen gezielt zur Verfügung zu stellen. Sinn macht diese Technik auch in der Verkehrsleitung oder bei der Konzeption von Notrufsystemen, die bei einem Unfall oder zur Verkehrsflusserfassung automatisch Positions- und Fahrzeugdaten an entsprechende Leitstellen übermitteln können.
Durch den Empfang zusätzlicher terrestrischer Signale kann die Auflösung der GPS-Ortung stark erhöht werden. Die Deutsche Telekom strahlt diese
Differential-GPS-Signale (DGPS) über einen Langwellensender aus; dieser neue Service namens ALF (Accurate Positioning by Low Frequency) kann zukünftig die bisher noch notwendigen zusätzlichen Radsensoren in Fahrzeugen überflüssig machen und damit die Kosten solcher Systeme senken. Darüber hinaus hat das US-Verteidigungsministerium die künstliche Ungenauigkeit im Mai 2000 abgeschaltet und mittlerweile auch die Sperre für den Einsatz in Mobiltelefonen aufgehoben, was das Anwendungsspektrum für GPS nochmals erweitert hat.

Mobiltelefonie über Satelliten

Die globalen Mobilfunksysteme (z.B. Thuraya, Iridium) arbeiten auf der Basis von Satelliten, die die Gesprächsdaten von der Erde empfangen, untereinander bis zum Zielort weiterleiten und dort zur Erde zurücksenden. Zur Nutzung dieses Systems sind spezielle Handys erforderlich, die z.T. auch für das terrestrische GSM-Netz verwendbar sind. Gegenüber diesem Mobilfunknetz bieten satellitengestützte Systeme den Vorteil, dass sie auch in abgelegenen Orten einsetzbar sind, an denen keine sonstige Netzversorgung besteht. Wegen der hohen Kosten soll es die terrestrischen Funknetze aber nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.
Aufgrund der Kosten, aber auch wegen technischer und organisatorischer Schwierigkeiten konnte sich das Iridium-Netz nicht durchsetzen und wird daher eingestellt. Ob dieses Schicksal noch weitere Projekte ereilen wird, bleibt abzuwarten.

Internet-Telefonie

Über das Internet lassen sich prinzipiell alle Datenformen versenden, also auch digital codierte Sprachsignale (VoIP = Voice over IP; IP = Internet-Protocol). Aufgrund der Eigenheit des Internets, Daten in Pakete aufzuteilen und diese jeweils separat zu versenden, können dabei jedoch Verzögerungen auftreten, weil die Wiedergabe der Sprachmitteilung erst dann erfolgen kann, wenn alle Datenpakete beim Empfänger angekommen sind. Dies sowie die zur Reduzierung des Datenvolumens übliche Kompression der Sprachsignale mindert unter Umständen die Übertragungsqualität. Dem steht als großer Vorteil gegenüber, dass eine Verbindung über das Internet sehr kostengünstig und der Verbindungspreis nicht entfernungsabhängig ist.
Zum Telefonieren per Internet wird meist ein PC, ein SmartPhone oder ein spezielles IP-Telefon benötigt, zumindest seitens des Anrufenden. Es gibt jedoch auch Systeme, bei denen die Verbindungen mit einem normalen tonwahlfähigen Telefon aufgebaut werden können. Moderne Telefonanlagen besitzen häufig bereits eingebaute oder nachrüstbare VoIP-Module und stellen diese Verbindungsoption dann allen angeschlossenen Endgeräten zur Verfügung.
Einen anderen Weg ging die Fa. Agfeo mit der von ihr entwickelten Technologie
ISDN over IP (IoIP). Statt der bisher für VoIP etablierten Sprachübertragungsprotokolle (z.B. H.323/450, SIP) verwendet IoIP den ISDN-Standard DSS1, das innerhalb des Netzes über TCP/IP transparent weitergeleitet wird. Dabei können als Endgeräte handelsübliche ISDN-Geräte eingesetzt werden.
Weitere Einsatzmöglichkeiten der IP-Technologie sind z.B. die Zusammenschaltung der TK-Systeme bei räumlich getrennten Gebäudekomplexen oder die Anbindung von Außendienstmitarbeitern / Teleworkern bzw. Filialen über ein
Virtual Private Network (VPN).
Das Internet wird auch zunehmend von den Telefongesellschaften als Vermittlungsinstrument eingesetzt, also als Ergänzung des Netzes für Telefonate, die auf herkömmlichem Wege aufgebaut und vermittelt werden. Für die nahe Zukunft planen die meisten Anbieter, ihre Vermittlungstechnik ganz auf diese Technologie umzustellen.
Auch beim Endkunden-Anschluß bzw. auf der sogenannten letzten Meile wird zunehmend die IP-Technik als alleinige Übertragungstechnologie eingesetzt. Voraussichtlich werden bis 2016 alle Telefonanschlüsse in Deutschland auf VoIP umgestellt; die letzten ISDN-Vermittlungsstellen werden dann abgeschaltet. Wenn Sie wissen möchten, welche Konsequenzen dies für Ihren Telefonanschluß hat, können Sie sich gern an unsere Telefonanlagen-Beratung wenden.

Push to Talk - Funkkommunikation

Push to Talk (kurz PTT) ist die Übertragung der Voice-over-IP-Technologie (s.o.) in die mobile Welt. Wie beim altbekannten Walkie-Talkie muss man zum Sprechen eine Taste drücken, und dann können mehrere vorher definierte Gesprächspartner hören, was man sagt. Gegenüber dem klassischen Sprechfunk hat PTT jedoch den Vorteil, dass es einerseits Full Duplex ist, also gleichzeitig gesprochen und zugehört werden kann, und andererseits nicht auf die physikalische Übertragungsreichweite von Funkwellen beschränkt ist. PTT wird technisch als VoIP-Verbindung realisiert, die via GPRS hergestellt wird, und hat somit nahezu globale Reichweite.
PTT wird vor allem dann interessant werden, wenn sich breitbandige Systeme wie UMTS durchgesetzt haben und entsprechend günstig zu haben sind.

Das Übertragungsverfahren DSL

Für die schnelle Datenübertragung über herkömmliche Kupferleitungen wurde ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) konzipiert. Mit Datenübertragungsraten bis zu 25 MBit/s beim Empfang und bis zu 4 MBit/s beim Senden ist mit ADSL bzw. dem neueren Standard ADSL2+ ein deutlich schnellerer Datenaustausch möglich als z.B. mit ISDN; es eignet sich somit u.a. auch für hochqualitative multimediale Anwendungen. Die Technologie ist sowohl an analogen (Annex A) wie auch an ISDN-Telefonanschlüssen (Annex B) verfügbar. ADSL nutzt parallel zum Telefonverkehr die bestehenden Anschlussleitungen, belegt dabei jedoch ein separates Frequenzband. Dies hat u.a. den Vorteil, dass der bestehende Telefonanschluss weiterhin benutzt werden kann, auch während einer bestehenden ADSL-Verbindung und ohne Einschränkung der Leitungskapazität. Darüber hinaus gibt es auch sogenanntes entbündeltes DSL (Annex J), das unabhängig von einem Telefonanschlu▀ eingesetzt werden kann, z.B. in Verbindung mit VoIP.
Weitere DSL-Techniken sind z.B. VDSL (mit höheren Datenraten bis zu 50 MBit/s, theoretisch sogar bis zu 500 MBit/s) sowie HDSL und SDSL (Symmetric DSL); letzteres unterscheidet sich von ADSL dadurch, dass für Senden und Empfangen die gleiche Datenübertragungsrate bereitgestellt wird.

Internet-Dienste und Telefonie über Fernsehkabelnetze

Durch die Entwicklung von Kabelmodems steht den Betreibern von Fernsehkabelnetzen auf der Anwenderseite die notwendige Infrastruktur zur Verfügung, um zusätzlich Hochgeschwindigkeits-Internet-Dienste mit Datenraten im Megabit-Bereich anzubieten.
Die Modems arbeiten i.d.R. nach dem
MCNS/DOCSIS-Standard. MCNS (Multimedia Cable Network System) ist ein Zusammenschluss mehrerer US-Kabelgesellschaften mit dem Ziel, einen weltweit gültigen Kabelmodem-Standard zu definieren. DOCSIS (Data Over Cable Service Interface Specification) bezeichnet die technische Spezifikation dieses Standards.
Aber auch als Vermittlungsinstrument für die Telefonie ist das TV-Kabelnetz einsetzbar.

Powerline – Datenübertragung per Stromnetz

Unter den Telefonnetzbetreibern, die derzeit am Markt auftreten, finden sich viele Tochtergesellschaften von Energieversorgungsunternehmen (EVU). Dies liegt daran, dass diese ohnehin eigene weitverzweigte Kabelnetze besitzen, die sich auch für den Betrieb von Kommunikationsdiensten eignen und zumeist auch schon lange für firmeneigene Telefonnetze verwendet werden. Insofern ist hier das Know-how und die Vermittlungstechnik vorhanden.
Neben der bekannten Technik, z.B. ISDN, werden in dieser Branche auch alternative Technologien insbesondere für die schnelle Datenübertragung erprobt. Eine solche ist die
Powerline-Übertragungstechnik (PLC), bei der Daten über die Stromleitung zum Empfänger gelangen. Die dabei erreichten Geschwindigkeiten betragen ein vielfaches dessen, was mit ISDN möglich ist. Das Funktionsprinzip besteht darin, dass der im Stromnetz üblichen Frequenz von 50 Hz weitere Frequenzen hinzugefügt werden, die die Informationen tragen. Dabei müssen jedoch zahlreiche technische Schwierigkeiten (Abschirmung, Übersprechen, Interferenz) gelöst werden, um sowohl die Qualität der Datenübertragung sicherzustellen als auch die des Stromnetzes nicht zu beeinträchtigen. Daher ist das Powerline-Konzept derzeit noch nicht vollends anwendungsreif.
Für die Datenübertragung innerhalb von Gebäuden - insbesondere in Privatwohnungen - hat sich PLC mittlerweile schon als Alternative zu lokalen funkbasierten Netzwerken wie z.B. WLAN etabliert. Hierbei gilt für PLC als Vorteil, dass es relativ abhörsicher ist, weil die Reichweite der Datenübertragung durch den Stromzähler begrenzt wird. Dennoch haben sich bereits ernsthafte Probleme bezüglich der Kurzwellen-Technik (Rundfunk, Sprechfunk) gezeigt, deren Übertragungsqualität in der Umgebung von PLC-Anlagen oft beeinträchtigt ist, weil die Abschirmung der Hausstromnetze i.d.R. nicht ausreichend für PLC ist.

RFID – Daten- und Energieübertragung

RFID (Radio-Frequency IDentification) ist eine Technologie zur Identifizierung von Objekten. Diese werden mit einem Transponder versehen, welcher einen RFID-Chip enthält. Der Transponder kann zum Beispiel ein Etikett sein, denn der RFID-Chip ist sehr klein. In ihm ist eine Kennung (ID) gespeichert, welche mit einem Lesegerät drahtlos ausgelesen wird. Über kurze Distanzen kann dabei auch die Energieversorgung des RFID-Chips drahtlos über das vom Lesegerät erzeugte elektromagnetische Feld erfolgen. Beim Lesevorgang sendet das Lesegerät ein hochfrequentes Wechselfeld aus, in das Befehlssignale für den RFID-Chip codiert sind. Dieser decodiert die Signale und sendet als Antwort seine Kennung, in dem er das Wechselfeld moduliert. Diese Modulation wird vom Lesegerät decodiert.
RFID-Transponder finden sich heute in sehr vielen Anwendungsfeldern, so zum Beispiel in der Logistik sowie in der Produktions- und Sicherheitstechnik. Preisschilder in Supermärkten können RFID-Chips enthalten, ebenso Werkstücke oder Ausweise. Beispielsweise enthält seit November 2005 der deutsche Reisepass und ab November 2010 auch der deutsche Personalausweis einen RFID-Chip. Letzterer soll zukünftig auch die
qualifizierte digitale Signatur ("elektronische Unterschrift") ermöglichen und für Bezahl- und Login-Vorgänge im Internet einsetzbar sein, z.B. beim Online-Banking (s.u.). Hierzu muss allerdings ein Zertifikat von einer offiziell zugelassenen Zertifizierungsstelle erworben werden, welches derzeit in der Regel noch recht teuer ist.
Theoretisch erlaubt RFID auch die Übertragung von Mess- und Steuerungsdaten, wobei anstelle einer festen Kennung variable Daten übermittelt werden. Erste kommerzielle Anwendungen finden sich z.B. in Computermäusen, die ohne Kabel und Batterien auskommen und ihre Energieversorgung über eine Antenne im Mauspad erhalten. IPWF arbeitet u.a. an der Entwicklung von RFID-Schnittstellen für industrielle Anwendungen.

Standards für Home-Banking und Online-Zahlungsverkehr

Mit Einführung des Internet-Banking stellen sich neue Anforderungen an die Sicherheitssysteme, um die Daten ohne die Gefahr der Zugriffsmöglichkeit durch Dritte an ihr Ziel zu geleiten (siehe hierzu auch unsere Seite zu Sicherheitsaspekten in der Telekommunikation). Zunehmend setzen Banken und Online-Dienste hierzu den HBCI-Standard (Home Banking Computer Interface) bzw. dessen Nachfolger FinTS (Financial Transaction Services) um. Dieser erlaubt eine Identifizierung des Benutzers über eine Chip-Karte. Das dafür notwendige Lesegerät wird ggf. von den Banken zur Verfügung gestellt. Manche Sparkassen und Banken bieten jedoch keine Chipkarten-basierten Systeme an, sondern verwenden alternativ eine Lösung mit codierten Identifizierungsdisketten oder ein PIN/TAN-Verfahren.
Den rechtlichen Rahmen hierfür hat u.a. die Regulierungsbehörde Ende Januar 1999 geschaffen, indem sie den öffentlichen Schlüssel festgelegt hat, der zusammen mit einem geheimen privaten Code die Authentizität einer digitalen Unterschrift gewährleistet. Die Chipkarten, von denen die persönlichen Geheimnummern mit einem Kartenleser am PC abzurufen sind, dürfen nur von zugelassenen Zertifizierungsstellen ausgeben werden.
Zukünftig wird auch die
RFID-Technologie für sichere Zugangsverfahren eingesetzt, z.B. in Verbindung mit dem elektronischen Personalausweis (siehe RFID).
Für gebührenpflichtige Internet-Angebote, die über T-Online abgerufen werden, hat die Deutsche Telekom ein Inkassoverfahren namens
Micropayments entwickelt. Hiermit wird es ermöglicht, das Inkasso einfach über die Telefonrechnung vorzunehmen. Die Zahlung wird dabei über das T-Online-System abgewickelt und nur intern mit den persönlichen Daten des Kunden verknüpft, sodass dieser hierfür keine sensiblen Daten wie z.B. seine Kreditkartennummer über das Internet preisgeben muss



Weitere Informationen zu den genannten Themen erhalten Sie über unseren Beratungsservice


Info:

Oliver Malicke • Heuorts Land 6 • 22159 Hamburg • Tel. 040 - 6599500-0 • info@ipwf.de

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Letzte Änderung: 18.8.2013

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